Willmersdorf

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Willmersdorf wurde 1974 ein 0rtsteil der Gemeinde Herschdorf.


Schon aus der Geschichte erfahren wir viele Gemeinsamkeiten, wie eine gemeinsame Schule und eine gemeinsame Kirche, obwohl Willmersdorf zu einem anderen Fürstentum gehörte.
Der Ort ist heute ein fast reiner Wohnort am Südhang des Langen Berges mit dem Vorteil, keinen überörtlichen Verkehr zu haben.


Hier findet man den Reiterhof am Langen Berg und das Wildgehege.  Man wohnt wegen der Natürlichkeit und Ruhe gern in Willmersdorf

 

Willmersdorf Willmersdorf

 

Geschichtliches von Willmersdorf

In der Willmersdorfer Mundart heißt der Ort "Wenfdarsch", wobei unsere Mundart zum "ilmthüringischen" Dialekt und damit zum thüringisch-sächsischen Sprachgebiet gehört.

 

13.u.14.Jahrh. Erste Rodungen am Langen Berg. Motive: Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen, Suche nach Bodenschätzen Das Willmersdorfer Wappen zeigt einen Schacht mit Winde.
1381 Erste urkundliche Erwähnung des Ortes als "Wilhelmstorff"  in einem Teilungsvertrag der Schwarzburger Grafen Heinrich und Günther, wobei "Wilhelmstorff",sowie Rudolstadt, Ranis, Pößneck, die Hälfte von Saalfeld und weitere Orte dem Grafen Günther zugeordnet wurden
1496 Im Ort lebten "20 bessen man uder fraw und hausgenos", (Hausbesitzer und Mitbewohner) das entsprach etwa einer Einwohnerzahl von 90.
1525 Beteiligung der Willmersdorfer Bauern im "Evangelisch-brüderlichen Bund vor dem Thüringer Walde", der nach Königsee, Paulinzella, Stadtilm und Arnstadt zog, wo 29 Beschwerdeartikel dem Grafen von Schwarzburg überreicht wurden, deren Erfüllung der Graf zusagte. Nach der Niederlage der Bauern bei
Frankenhausen musste Willmersdorf 10  Schock Bußgeld (Sturmgeld) von 20 "wirdten" zahlen.
1541 Einführung des Luthertums im Amte Rudolstadt
1565 Willmersdorf wechselte vom Amt Rudolstadt ins neugegründete Amt Gehren
1577 Nach dem Türkensteuerverzeichnis hatte Willmersdorf 40 steuerpflichtige Hausbesitzer, von denen 17 unter 100 Gulden und 22 zwischen 100 und 500 Gulden besaßen. Ein Fuhrmann und Händler hatte 1264 Gulden zu versteuern. Es gab 70 Kühe im Ort, die sich auf 32 Hausbesitzer verteilten.
1599 Nach dem Stadtilmer Vertrag wurden die Grafschaften Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen gebildet. Willmersdorf gehörte zu Schwarzburg-Sondershausen.
1639/1640 Im Dreißigjährigen Krieg blieb Willmersdorf nicht verschont. 1639 plünderten die Soldaten des kaiserlichen Generals von Katzfeld den Ort und raubten das gesamte Getreide. Nur ein Jahr später zogen die Schweden durch und raubten das Vieh.
1731 Einer Feuerbrunst fielen 15 Wohnhäuser, sowie Scheunen und Ställe zum Opfer.
1850-1860

Höhepunkt der Auswanderung:

In Willmersdorf lebten viele Familien von der Handweberei. Mit der Erfindung der Webmaschinen bekam das Weberhandwerk große Absatzschwierigkeiten. Armut und Betteln wurde zur allgemeinen Erscheinung. Allein in diesen 10 Jahren wanderten 27 Willmersdorfer Bürger aus.

1853

Einweihung der Schule:

Bis 1851wurden die Kinder in Herschdorf, dann im Privathaus des Lehrers unterrichtet.

1868-1870 Bau der Kirche in Willmersdorf, die vom Gillersdorfer Pfarrer betreut wird. Zuvor gehörte der Ort zum Kirchspiel Herschdorf.
1912

Bau des Fürst Carl-Günther-Denkmals:

Willmersdorf stellte den Grund und Boden zur Verfügung.

1914-1918 Im ersten Weltkrieg hatte Willmersdorf 21 Opfer zu beklagen.
1918 Fürst Günther Victor dankte ab. Willmersdorf wurde dem Kreis Arnstadt, Land Thüringen zugeordnet.
1921-1924 Elektroanschluss für Willmersdorf
1924 Bau der Wasserleitung
1925 Bau der Sprungschanze am Langen Berg
1926-1928 Gasanschluss für Willmersdorf
1936/1937 Bau der neuen Kirche
1939-1945 Im zweiten Weltkrieg hatte Willmersdorf 39 Opfer zu beklagen.
1952 Willmersdorf wurde dem neugebildeten Kreis Ilmenau und dem Bezirk Suhl zugeteilt.
1971/1972 Bau des Kulturhauses in 11 Monaten. 11.146 Stunden wurden unentgeltlich geleistet.
1974 Eingemeindung zu Herschdorf
1993 Herschdorf mit den Ortsteilen Allersdorf und Willmersdorf wurde Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft "Langer Berg" mit Sitz in Gehren.