Herschdorf

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Herschdorf ist der Hauptort der dreigeteilten gleichnamigen Gemeinde. Die ehemals selbständigen Orte Willmersdorf und Allersdorf wurden 1974 der Gemeinde  Herschdorf zugeordnet. Herschdorf ist der Tradition nach ein Handwerkerort und so ist es auch nicht verwunderlich, dass heute noch mehr als 40 kleine Betriebe und Einzelunternehmer, deren Arbeit durch Fleiß und Qualität gekennzeichnet ist, hier ansässig sind. Durch die damit vorhandene Arbeit für viele unserer Einwohner am Ort ist eine aktive Vereins- und Freizeitgemeinschaft gewachsen, die das kulturell-gesellschaftliche Leben in Herschdorf gestaltet und prägt.

 

Herschdorf Herschdorf

 

Die exponierte Lage unseres Ortes am Südhang des Langen Berges, macht uns sehr interessant für Wanderer und Erholungsuchende. Unser Hausberg, der Lange Berg (809m ü NN), bietet neben einer sehr abwechslungsreichen Flora und Fauna, sagenhafte Aussichtspunkte auf den Rennsteig bis ins Saaletal und ins Thüringer Becken und gut beschilderten Wander- und Themenwegen. Auch auf der Naturparkroute durch den Thüringer Wald wird man Herschdorf kennenlernen.


Wir laden sie ein, mit uns gemeinschaftlich aktiv zu sein. Besuchen sie uns!

 

 

Aus der Geschichte von Herschdorf
In der Urkunde AC 139 des Landesarchives Rudolstadt werden vom 19. November 1370 neben anderen siedlungsgeographischen Merkmalen 34 Ortsnamen, davon 20 Ersterwähnungen genannt. Sie ist eine Teilungsurkunde zwischen den Besitzen von Günther, Herr zu Schwarzburg, und Johannes, Herr zu Wachsenburg. Sie ist ausgestellt von Otto, Probst des Klosters Stadtilm, Tyzcel von Witzleben zu Wölfis, Otto von Greußen, Vogt zu Schwarzburg, und Otto von Greußen, Vogt zu Magdala.  Interessant ist, dass Herschdorf, in der Urkunde Hetwygestorf geschrieben, nur zur Hälfte zugeteilt wurde. Der Grund geht aus dem Dokument nicht hervor. Die erste urkundliche Erwähnung der zweiten Hälfte unseres Dorfes wurde noch nicht gefunden.


Die Besiedlung der Höhen und Täler des Thüringer Waldes im 11. bis 13. Jahrhundert hatte wahrscheinlich rein agrarischen Hintergrund. Man wollte durch das Roden von Wald freie Flächen gewinnen und sie für den Ackerbau nutzbar machen, denn die Holzgewinnung bot zunächst keine größere Aussicht auf Erwerb. Es dürfte sich jedoch bald herausgestellt haben, dass der Boden und auch die klimatischen Verhältnisse nur bescheidene Erträge zuließen.  Sicher war auch die Suche nach Bodenschätzen, in unerschlossene Waldgebiete einzudringen und Siedlungen anzulegen. Die Dörfer, welche man anlegte, wurden häufig nach den Gründern benannt. Deshalb existieren viele mit Personennamen zusammengesetzte Ortsbezeichnungen. Der Sage nach gründete ein Mann namens Hertwyg Herschdorf, während Allersdorf, Willmersdorf und Friedersdorf ihre Bezeichnungen seinen Söhnen Albert, Wilhelm und Friedrich zu verdanken haben.


Die Siedler und ihre Nachfahren waren den Feudalherren und den Klöstern, wie Paulinzella und Saalfeld nicht nur abgabepflichtig, sie mussten auch Frondienste der verschiedensten Art verrichten.


Bauernkrieg und 30jähriger Krieg hinterließen viel Leid und Wüstungen. Unsere Dörfer stellten sich jedoch immer wieder auf. Vielseitig waren die Tätigkeiten, mit denen sich die Einwohner Herschdorfs und Umgebung ihren Lebensunterhalt verdienten. So gab es Wagner, Schmiede, Sattler, Riemenschneider, Lattenschneider, Dielenschneider, Lehmpatscher, Tennenmacher und Muldenhauer. Lange Zeit war das Weberhandwerk und später der Olitätenhandel ansässig. Die Handelsstraße Erfurt – Nürnberg, die an Herschdorf vorbeiführte, begünstigte die Entwicklung des Fuhrgewerbes. Herschdorf und die benachbarten Orten wurden als Fuhrmannsdörfer bezeichnet. Waren wurden bis an Nord- und Ostsee transportiert. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges dankte der letzte Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen ab und der letzte deutsche Kleinstaat hörte damit auf zu existieren. Die zwei Weltkriege des 20. Jh. brachten wiederum viel Leid und wieder wurde angepackt und aufgebaut. Viele Herschdorfer gingen wieder ihrer Arbeit, ihrem Handwerk, ihrer Landwirtschaft, mit Ende der 60er Jahre dem Fremdenverkehr, nach. 1974 wurden die Orte Willmersdorf und Allerdorf in die Gemeinde Herschdorf integriert. 40 Jahre DDR sind vielen noch in Erinnerung, bis die friedliche Revolution 1989 die jetzige Zeit einläutete. Bei aller Freiheit, die uns die Wiedervereinigung Deutschlands brachte, bei allen Chancen, die bei Initiative und Fleiß dem Einzelnen gegeben sind, wollen wir unsere Traditionen und unser einzigartiges Miteinander so weit wie möglich in die Zukunft unserer Gemeinde mitnehmen. Denn in dem Wort GEMEINDE steckt das Wort GEMEINSAM!